| Ostseebad Dierhagen Texte zur Geschichte und Tradition des Ortes und der Region |
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| Der Fischfang und die Verarbeitung
Nach Rückkehr vom Fang wurde durch in den Dünen aufgehängte Lederschürtzen im Dorf die benötigte Anzahl von Wagen bestellt. In diese wurden die Fische durch die Dorfjugend eingezählt. Allmählich aber kamen Kerner mit hellblauen Blusen aus dem Reich (Deutsches Reich). Sie fuhren mit starken Pferden, mit dem Kemptengeschirr voll hochklingenden Metallscheiben geziert, um die Fänge abzukaufen und abzuholen. Es wurde ein Räucherhaus errichtet, in welchem die Kerner die gekauften Fische für die lange Fahrt haltbar machen lassen konnten. Oft mußten die Kerner tagelang warten. Sie blieben dann meist in Graal, wo es billiger war. (Q.: nach Dollberg, 1885, S. 121) Man erkannte die Bedeutung der Fische für die Katholiken im Süden des Reiches (Fastenzeit) und veranlaßte daher den Bau des Räucherhauses. Dieses ist verschwunden. Aber die Stelle heißt noch der "Rükerbarch". Das Räucherhaus enthielt 6 Küchen und einen langen Flur mit Trögen zum Einsalzen, aber keinen Schornstein. Für das Räuchern mußten die Kerner 3 Schillinge je Wall zahlen. (=altes Stückmaß, besonders für Fische, 80 Stück) Nämlich 1 Schilling für das Salz und 2 Schillinge für das Räuchern, dazu Fischabgaben an die Kirche. In früheren Jahren wurde von den Ribnitzer Stadtpastoren im Gottesdienst am 3. Pfingsttag in Dierhagen ein besonderes Gebet für den Fischfang gesprochen. An diesem Tage wurde auch von den Geistlichen die zustehenden Gebühren erhoben. Der "Rostocker Anzeiger" meldet am 25. November 1912: "Wenn die Postverbindung durch Dampfer infolge von Eishindernissen aufhören muß, wird an ihrer Stelle ein Privatfuhrwerk von Ribnitz über Dändorf und Dierhagen nach Wustrow und zurück, 2 mal täglich, verkehren." |
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