Ostseebad Dierhagen
Texte zur Geschichte und Tradition des Ortes
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Dierhagen...

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Aus den Anfängen der Fischländer Segelschiffahrt

Um 1700 verschiffen Fischländer und Darßer Bauern mit offenen Booten Korn und Holz nach Lübeck und Dänemark.

Die Rostocker bringen 1703 Fischländer Boote von Warnemünde auf und beschlagnahmen die Ladung.

1764 - ein herzoglicher Beamter berichtet im Jahre 1764 mit Verwunderung folgendes über die Fischländer Untertanen:
Viele Fischländer bauen kompanieweise kleinere und mittlere Fahrzeuge und begnügen sich nicht, auf den Küsten der Ostsee bis nach Rußland, Preußen, Schweden und Dänemark zu trafiquieren. Sie gehen nicht selten durch den Sumpf und in die Nordsee nach Holland.

1795 - Das Fischland besitzt im Jahre 1795 56 Segelschiffe.
Davon gehören: 30 nach Wustrow, 14 nach Alt- und Niehagen, 8 nach Dierhagen und 4 nach Dändorf.
In Ribnitz sind 5 und in Damgarten 7 Schiffe beheimatet.

Zur Blüte und zum Niedergang der Fischländer Segelschiffahrt

Die Napoleonischen Kriege und die Kontinentalsperre legen die Ostseeschiffahrt lahm. Aber sie erholte sich nach 1815 schnell wieder. 1820 sind bereits wieder 54 Schiffer auf dem Fischland beheimatet.

Die Fischländer Schiffer wählten im 19. Jahrhundert Rostock als ihren Heimathafen.
Rostock hatte sich 1850 mit 263 Schiffen an die Spitze aller deutschen Ostseehäfen gesetzt. Aber über die Hälfte der Rostocker Flotte waren Fischländer Schiffe.

Von Rostock aus fuhren Fischländer Schiffer, Steuerleute und Matrosen über alle Meere.
Ausbildung erhielten die Kapitäne und Steuerleute auf der Wustrower Navigationsschule.

Während des Krimkrieges (1854 - 56) fuhren Rostocker Schiffe für die in Sewastopol eingeschlossenen Russen Brokate brechend, Proviant und Kriegsmaterial und erzielten sehr hohe Gewinne.

1870 erreichte die Rostocker Flotte ihren höchsten Bestand mit 378 Schiffen - 372 Segler und 6 Dampfer. Davon gehörten über 200 zur Fischländer Flotte.

Dann setzte um 1880 ein schneller Niedergang der Schiffahrt ein.
Nicht nur die Rauchfahnen am Horizont waren die Ursache. Es hatte sich auch ein Überangebot an Schiffsraum entwickelt.
Der mecklenburgische Getreideexport über den Rostocker Hafen sank hinweg, aber auch die von Bismarck eingeführten Getreidezölle waren ein wesentlicher Grund für den Rückgang der Segelschiffahrt.
Viele Schiffe wurden aufgelegt, wenn sie keinen Gewinn brachten. Einige konnten noch nach Schweden und Finnland verkauft werden.
Dazu kamen noch erhebliche Schiffsverluste durch Seeunfälle.


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