Ostseeheilbad Zingst
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Chronik-Zeittafel
Ca. um 10 v. Zeitrechnung Zingst wird landfest. Mehrere Kerne wachsen zu einer Insel zusammen. Kleinere vorgelagerte Inseln ( Werder, Kirr, Barther Oie) entwickeln sich ebenfalls
1292 Die Insel Zingst (abgeleitet vom altslawischen Begriff "Seno"=Viehfutter, Heu) wird durch Witzlaff von Rügen an das Zisterzienser Kloster Neuencamp (heute etwa Franzburg ) für 2.000 Mark verkauft.
1305 Teile der östlichen Insel einschließlich Werder Insel fallen erstmalig an Stralsund = "Sundische Wiesen"
1394-1402 In den Gewässern wirken die Likedeeler (Piraten/Freibeuter um Claus Störtebeker u. Gödele Michel ). Mehrere Aufenthalte in der Hertesburg(slawische Burgwallanlage zwischen Zingst u. Prerow "Slaat" ) wahrscheinlich.
1441 Große Teile der Insel Zingst sind Eigentum des Klosters Hiddensee. Erwähnt wird eine Verpfändung von Barth, Schloß Damgarten und Zingst an die Äbtissin des Klosters Ribnitz- Catherina /Tochter des Wilhelm von Wenden.
1532 2 Bauern- u. Kossätendörfer auf dem Zingst u. ein fürstlicher Viehhof (Rothem Haus) werden erwähnt, ihre Erträge festgehalten. Besiedlung Kirr u. Pramort belegbar
1539 Klippschifferei von Zingst über den Prerow-Strom werden von den Hansestädten beklagt (Konkurrenzneid)
1578 Grenzsteine Dreiländereck: Wegen ständig neuer Streitigkeiten um die Grenzverläufe treffen sich am Grenzgraben (Sundische Wiese-Forst) Ratsherren von Stralsund und Barth : 7 Grenzsteine werden gesetzt.
1625 Verheerende Sturmhochwasser verwüsten die Insel und deren Ansiedlungen schwer. Der Wasserlauf der "Straminke" wird als Flutventil geöffnet, um größeren Schaden abzuwenden.
  (Allein von 1596 - 1861 werden 15 Sturmhochwasser mit unterschiedlich großem Schaden bekannt)
1648 Im Ergebnis des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648 ) kommt Zingst- wie viele Landesteile Pommerns- in die Lehnsherrschaft der schwedischen Krone
1693 Als Beispiel der zunehmenden Entwicklung der Bauernschiffahrt (Kleine Segelschiffahrt): Zingster Bauernschiffer verfrachtet 78 Klafter Ellernholz nach Wismar- Segelfrachtfahrten werden zum Erwerbszweig
1696 Vermessung und Erhebung für die Matrikelkarten( Schwedische Matrikel) zur Ermittlung einer Besteuerbarkeit. Zingst bis Pramort wird aufgenommen.
1721 Rothem Haus - fürstlicher, jetzt schwedisch königlicher Besitz wirft jährlich um 128 Taler Ertrag ab
1725 19 Schiffe mit Größen zwischen 0,5-15 Lasten (Last= 40 Zentner ) werden mit Heimathafen Zingst genannt
1744 - 57 Für Zingst werden 11 Vollbauern , 4 Halbbauern steuerlich erfaßt
1813 Huker -Galeasse "Die Hoffnung" ,erbaut in Zingst mit 102 Lasten , geführt von Zingster Kapitän wird in den Häfen geführt.
1815 Pommern ,und damit auch Zingst, kommt zu Deutschland- Preußen zurück.
1817 Gründung des Ortes: Die drei Ansiedlungen auf dem Zingst: Paalen (Pahlen), Hanshagen u. Rothem Haus schließen sich zum Ort Zingst zusammen, Eintragung ins Ortsregister um 1830. Weitere Ansiedlungen existieren: Straminke, Müggenburg, Sund. Wiese, Inseln
1819 Die erste Veröffentlichung über den Darß-Zingst erscheint: Hauptmann August von Wehrs schreibt zum besseren Verständnis der Landschaft "Neuvorpommern"- Erwähnung der Ortsgründung Zingst auf dem Zingst.
1844 Einrichtung der "Hafenschule" - Um den seemännischen Nachwuchs besser in den Wintermonaten auszubilden, finden sich alte Kapitäne als Ausbilder. Zunehmend gestalten Wohlhabende (Kapitäne, Reeder, Werftbesitzer) durch "Kapitänshäuser" das Ortsbild
1848 Zingster Kaufmann Scheel eröffnet den ersten Laden - "Kolonialwarenhandlung" - Strandstr.
1856 Zingst erhält die Stellung eines eigenen Kirchspieles: Erster Pfarrverweser Hannemann, erste Beerdigung auf neueingerichtem Friedhof
1860-1865 Zingster Kirche wird erbaut-Entwurf von Schinkel, Erbauer sein Schüler Stüler- Neugotik 1862 eingeweiht, 1865 Namensweihe Peter-Pauls Kirche, Pfarrhaus ist 1863 fertiggestellt
1868 Gründung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger (DGzRS) in Zingst (erste deutsche Gründung 1865!)
  Erste Station am Strand, dann aber Aufbau des Bootshauses in der Strandstr. (1873)
1872-1874 Zwei verheerende Sturmhochwasser zerstören mit den Wassern der Ostsee u. des Boddens große Teile des Ortes. Kleine Deichanlagen konnten nicht schützen. Der schon seichte Ausfluß des Prerow-Stromes in die Ostsee wird zugeschwemmt, danach durch dauerhaften Deich
1874-1875 Bau des ersten Seedeiches Zingst-Prerow auf 4,5 km Länge, Höhe +2,5 m NN, Kronenbreite 2 m
1876 Grundsteinlegung für Schulgebäude (29.3.) Schulstr.
1881 Gründungsjahr des Bäderwesens in Zingst :Badekomitee bildet sich aus alten Kapitänen, Kaufleuten. (Die Sturmkatastrophen von 1872/74 hatten auch Anteil am Bekanntwerden der Region)
1898 Gemeinde erwirbt Badeeinrichtungen Strandbereich Herrenbad- Damenbad sowie Warmbad (Fertigstellung 1899 ), Verleihung von 60 Badezelten am Strand werden erwähnt. Zingst hat erstmalig Ärztin (Frau Dr. Rieck bis 3.12. 1918)
1900 Zingster Freiwillige Feuerwehr bildet sich (7. Okt.)
1902 Bau des Jagdhauses - später ´Schloss` "Sundische Wiese" (Bauherr Rittmeister a. D. Freiherr von Klot- Trauvetter)
  Bau der Landstr. Barth- Bresewitz als Pflasterstr Anbindung Zingst verbessert.
1907 / 08 Mine Heimat - plattdeutsches Gedicht für die Insel Zingst erscheint in Berlin - Dichterin Martha Grählert-später Martha Müller Grählert aus Zingst
  Gedicht ist die Grundlage für später so erfolgreiches volkstümliches Lied " Wo die Ostseewellen trecken" verfälscht auch " Wo die Nordseewellen.." Martha Müller- Grählert kehrt später nach Zingst zurück (1924) , Heimatdichterin in Hoch und Platt -wird hie
1910 Eisenbahnverbindung "Darßbahn" nimmt zwischen Barth - Prerow ihren Betrieb nach Fertigstellung der Meiningenbrücke auf. Die Normalspurbahn verbessert die Verkehrsanbindung erheblich, dazu trägt auch die Zweitnutzung der Brücke für Wagenverkehr bei.
1913 Aufbau eines Familienbades, das aber so recht nicht mehr zum Tragen kommt. (Kriegsläufe 1914-1918, Nachkriegszeit). Nach Rückkehr der Gäste (etwa 1920 ) badet man "freier"- vom Strandkorb oder von der Strandburg aus.
1920 Erdholländer Windmühle vom Müller Grählert (Ziehvater von Martha Müller- Grählert) wird zu musealen Zwecken in Zingst mit allen Einzelteilen demontiert und im Deutschen Technischen Museum München wieder montiert.
1928 Erste Tankstelle (SHELL) durch Kauffrau Auguste Scheel Strandstr.- später bis zu 7 Tankmöglichkeiten
1929 Strandstraße wird als Durchgangsstraße ausgebaut
1929 Einweihung Zingsthof (18.Aug.) - bekannte kirchliche Ferieneinrichtung für Familien u. Kinder
1934 1. Reichsarbeitsdienstlager in Zingst wird eingeweiht (3. Jan) Starke Erweiterung - später Kasernenbau mit bis zu 3000 Bauarbeitern.
1936-1938 Schießplatz Sundische Wiese und Kasernenbau einschließlich der Wohnsiedlung Goetheplatz, Gleichzeitig BetonStraßen für den Ort, Bombenzielplatzgelände Sundische Wiese wird ebenfalls in Betrieb gesetzt.
1935-1939 Badebetrieb wird auch durch KdF- Reisen beeinflußt- Organisierte Anreisen Ruhrpott, Schlesien
1939-1945 Bäderverkehr kommt zunehmend zum Erliegen, Flüchtlinge suchen nach Bombennächten und Vertreibung in die Pensionen Quartier
1945/1946 Bäderbetrieb ruht. In Zingst sind über 3.000 Flüchtlinge, ein Großteil aus dem Sudetenland - damit wird die Einrichtung einer katholischen Kapelle notwendig.
  Als Kriegsersatzleistung muß der Gleiskörper u. der gesamte Wagenpark der Darßbahn demontiert werden, die Meiningenbrücke hat man vor der Sprengung bewahren können.
1946-1948 Kurhausbau: Aus Abbruchmaterialien des Kasernenbereiches , mit den vielen Arbeitskräften im Ort (Flüchtlinge) organisiert die Gemeinde den Bau des Kurhauses (Eröffnung August 1948) Das Gebäude bleibt lange Zeit für ostdeutsche Küste das größte Gebäu
1948-1949 Der Badebetrieb beginnt sich wieder zu entwickeln. Der Feriendienst der Gewerkschaften als staatlich organisiertes Unternehmen (FDGB- Feriendienst) beginnt sich auch in Zingst zu entwickeln
1951 70 Jahre Bestehen des Badebetriebes: 19 Vertragshäuser des FDGB sind präsent, 6 Kinderferienheime 11.000 Badegäste in der Saison
1952-1953 Aktion "Rose" Diese ungesetzliche Enteignungswelle der privaten Betreiber von Einrichtungen des Ferienwesens macht auch vor Zingst nicht halt. Menschliches Leid trifft viele Familien, Privatpensionen werden über Nacht enteignet (Zentralhotel, Stranddistel)
1953-1954 Gründung von Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG 5. März Müggenburg) und Fischerei- Produktionsgenossen- schaften FPG "Johann Freese" Zingst (1. u. Beispielsgründung der DDR)
1953 Heimatstube Zingst wird eingerichtet- später Erweiterung und Umzug ins Kapitänshaus Scheel- Prerower Str. (1955-1985)
  Schwerstes Sturmhochwasser seit 1913 mit 1,70 über NN
1956 Schießplatz Sundische Wiese wird wieder in Dauerbetrieb übernommen-Erneute Umsiedlungder Bewohner nach 1936-38 - geht zögerlich voran, Neubauern hatten als Vertriebene hier neue Heimat aufgebaut!
1957 Gemeindeverwaltung zieht um in das Warmbad, Klosterstr.
  Beginn des Baues Schwesternstation und Behelfsapotheke
  Observatorium der Uni Leipzig beginnt seine Arbeit, später gefolgt von Uni Rostock (1969)
1959 Eingemeindung der Ortsteile Müggenburg, Sundische Wiese
1962 Urlauberdörfer Zingst - Ost und Zingst - West entstehen,
1964 VEG Zingst entsteht. Aus einer zeitweiligen Grünfutter- Brigade wird sich in den Jahren auf dem Zingst beginnend- ausdehnend über Darß- Fischland- Klockenhagen bis an die Tore Rostock, inclusive Hiddensee eines der größten volkseigenen landwirtschaftlich
1965 Seedeicherneuerung größeren Umfanges von Prerow bis Zingsthof 8,25 km Abschluß 1973
1966 - 1969 Bau der 6 x 24 WE Wohnblöcke (Plattensiedlung)
1967 Kindergartenbau und Einweihung 64 Plätze später mit Kinderkrippe (Kleinkinder) 163 Plätze
1969 Kaufhalleneröffnung (25. Nov) - heute Euro Spar
1971 Schulneubau : Der erste Teil eingeweiht (1. März) Grundstock späterer Polytechnischen Oberschule mit 15 Kabinettsräumen
1973 FDGB- Heim "Störtebeker" beginnt mit 236 Betten - später größte "Bettenburg" - aufgestockt auf 400 Betten.
1974 Seedeich in der Ortslage erhält Bitumendecke
1975 Rekonstruktion des kommunalen Hafens
1978/79 Schneekatastrophe zum Jahreswechsel und Mitte Feb. Durch eigene Kräfte kann sich der Ort "verkehrserschlossen" halten
1979 Staatlich anerkannter Erholungsort- Auszeichnung am 6. Apr.
1980 Pontonschwimmbrücke verbleibt auch nach der Reparatur der einspurigen Meiningenbrücke für "eisfreie Zeit" zur Entlastung des Verkehres in Betrieb
  Ortsteil Sundische Wiese erhält Trinkwasseranschluß
1982 Maul- u. Klauenseuche: Wegen des Seuchenausbruches in Born und der hohen Viehkonzentrationen im Gebiet verbleibt der Ort und Teile der Region von 31.März.-27.Mai unter verschärfter Quarantäne
1983 Mit dem Ableben von Kurt Klamann (1. April) -Karikaturist u. Kunstmaler u. Rudolf Gertz (17. April) Ortschronist und Lehrer sind Orginale des Ortes aus dem Zingster Kulturleben gegangen.
1984 Umzug der Arztpraxen u. Schwesternstation in die Jordanstr.
1985 Sommerkino im Rämel (26. Juni)
  Gründung des Carnevalclub (CCZ)
1986 Neue Orgel in Zingster Kirche
  Schönes Ostseebad im Bezirk Rostock Auszeichnung am 25. Nov.
1987 Kapitänshaus "Morgensonne" wird neues Domizil des Heimatmuseums( 18. Mai)
1988 Fräulein Horn verläßt- gezwungen- als letzte Bewohnerin Pramort- Müggenburg
1989 Einwohnerzahl von Zingst erstmalig über 3.500, Gästezahl erreicht über 50.000 .
  Wendegespräche und Aktivitäten gehen auch in Zingst von der Kirche aus, Rundtischgespräche
1990 Durch Abspaltung von VEG u. FDGB, Risikobereitschaft und frühe Initiative entstehen relativ rasch neue Privatbetriebe.
  Sept.: Nationalpark " Vorpommersche Boddenlandschaft" und damit gleichzeitig Ortslage Zingst als Enklave des NP wird als eine der letzten Amtshandlungen der DDR Regierung geschaffen.
  Unterschutzstellung weiter Flächen der Halbinsel u. vorgelagerten Insel aber schon viel früher (Erste Unterschutzstellung Werderinseln / Pramort bereits 1909!).
1991 Stillegung aller FDGB -Ferieneinrichtungen durch die Treuhand
  Campplatz Freesenbruch ist eine der neu eingerichteten u. betriebenen Gasteinrichtungen mit hohem Beliebheitsgrad
  110 Jahre Badebetrieb- Festwoche
  Eröffnung der Meßstelle Luftuntersuchung durch Umweltminister Töpfer
  VEG Zingst stellt seine Betriebstätigkeit ein- Auflösung 1993
1992 Hafengelände- Rekonstruktion u. Einrichtung eines Wasserwanderstützpunktes
  Ostseebad erhält "Europaflagge" für Badewasserqualität u. umweltgerechtes Verhalten/ Verwalten des Strandes.
  Schießplatz u. Kaserne stellen den Betrieb ein
  1. Rammschlag für Seebrücke, Spatenstich für Mutter- Kind-Kurklinik "neue straminke"
1993 Einweihung der Seebrücke (Länge 270 m, Breite 2,50 m) 22. Mai
  Erdgas als neuer Energieträger erreicht Zingst
  DGzRS erhält neue Rettungstechnik- Bootstaufe "Zander"
1994 Telefonnetz kann wesentlich erweitert werden - digital 400 Teilnehmer (12. Jan)
  Einweihung Mutter-Kind Kurklinik "neue Straminke" geführt von Barmer Ersatzkasse (9.Febr.)
  Zingst erhält Wappen (1. Sept)
  Gemeindeverwaltung zieht in neues Domizil- ehemaliges Stabsgebäude
1995 2. Mutter-Kind-Einrichtung (AWO - wird eingeweiht)
  Straßenfest "Gastromeile" entwickelt sich zum Publikumsliebling
  Kuratorium "Seeheilbad" gegründet
  Sturmhochwasser (3/4 Nov) und nachfolgender Eiswinter schädigen Seebrücke und Küstenschutzeinrichtungen
1996 Jugendherberge nach umfangreicher Rekonstruktion wieder eröffnet
  Neue Umgehungsstr. auf der Trasse früherer Eisenbahn-Bahndamm
  Sonderbriefmarkenblock "Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft" wird auf dem Kirr an die Öffentlichkeit übergeben
  Einweihung des Kurmittelcentrums im Rämel
  Größter Bauboom in Zingst incl. Straßenbau, Abwasser.
1997 Zingst erhält Bundespreis "Umweltfreundlicher Fremdenverkehrsort"- Wettbewerb 1996
  Politikprominenz werden in Zingst als Gäste begrüßt.
  Heimatverein gründet sich
1998 Kurhaus: Das zur Ruine verkommene Gebäude wird abgerissen Pfahlgründung für Neubau in der Folge
  Rekonstruktion Schulgebäude (1997) und Schulgelände beendet incl. Umgestaltung Kindertagesstätte.
  Spül- u. Rekonstruktionsmaßnahmen Dünen/ Deich/ Buhnenbau

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